Hanf Gesetz

 

Gesetze und Richtlinien

Bei der rechtlichen Situation in Österreich gilt es zwei verschieden Arten von Cannabisprodukten zu unterscheiden. Auf der einen Seite stehen Hanfpräparate mit einem Gehalt von über 0,3 Prozent THC (Tetrahydrocannabinol).  Die zweite rechtliche Bewertung gilt für alle Produkte mit einem THC-Gehalt unter 0,3%.

THC ist ein natürlicher Bestandteil der Hanfpflanze und zählt zu den psychoaktiven Stoffen. In Österreich fallen diese Produkte unter das Suchtmittelgesetz (SMG). Es ist illegal, Cannabis zu erwerben, zu besitzen, zu erzeugen, einzuführen, auszuführen oder einem anderen zu überlassen oder zu verschaffen.[1] Dem konträr gegenüberstehend ist der Konsum von Cannabisprodukten mit einem THC-Gehalt von über 0,3 Prozent nicht verboten. Die Praxis jedoch zeigt, dass der Konsum in fast allen Fällen aufgrund von einhergehendem Besitz ebenfalls kriminalisiert wird.

Aus verkehrsrechtlicher Sicht ist in Österreich das Führen eines Fahrzeugs unter dem Einfluss von Cannabis verboten. Als Einfluss gilt dabei bereits das Nachmessen von THC im Blut. Lenkern, die dennoch nach dem Konsum von Cannabis mit mehr als 0,3% THC fahren, blüht ein einmonatiger Entzug des Führerscheins. Zusätzlich muss man mit einer Geldstrafe von bis zu 3700 Euro rechnen.

CBD (Cannabidiol) ist ein zweiter Wirkstoff, der in der Hanfpflanze enthalten ist und als legal eingestuft wird. Der prozentuelle Anteil von CBD in Cannabisprodukten ist rein rechtlich kein Problem, allerdings gilt auch hier die Regel, dass der THC-Anteil 0,3 Prozent nicht überschreiten darf.

CBD gilt als kaum bis gar nicht psychoaktiv und bietet speziell aus medizinischer Sicht großes Potential. Die Wirkungsweise wird als entzündungshemmend, entkrampfend und schmerzhemmend beschrieben. [2] Weitere Forschungen in diese Richtung beschränken sich aber nicht nur auf körperliche Schmerzen, sondern befassen sich inzwischen auch mit angstlösender Wirkung auf die Psyche. [3]

Im Hinblick auf die rechtliche Situation ist daher unbedingt zu beachten, dass man nur im Labor getestete Produkte kaufen sollte bzw. sich beim Kauf darüber informiert ob das Produkt auf den Gehalt von THC überprüft wurde.

 

 

[1] ARGE CANNA - https://arge-canna.at/recht/rechtslage-in-oesterreich/
[2] R. Mechoulam, M. Peters, E. Murillo-Rodriguez, L. O. Hanus: Cannabidiol – recent advances. In: Chemistry & Biodiversity. 4, 8, 2007, S. 1678–1692
[3] A. W. Zuardi, J. A. Crippa, J. E. Hallak, F. A. Moreira, F. S. Guimarães: Cannabidiol, a Cannabis sativa constituent, as an antipsychotic drug. In: Braz. J. Med. Biol. Res. (Review) 39 (4), April 2006, S. 421–429