Hanf Medizin

 

 

Cannabis in der Medizin – Chance oder Schein?

 

Es ist eine der am längsten und intensivsten geführten Debatten über das Thema: Der Einsatz von Cannabis in der Medizin. In Österreich wurde diese Frage im letzten Jahr einige Male aus verschiedensten Blickwinkeln diskutiert. Hauptgrund dafür ist der psychoaktive Stoff Dronabinol (THC), der in der Hanfpflanze enthalten ist. Die Wirkungsweisen von THC sind vielfältig, was wiederum bedeutet, dass er für ein breites Spektrum an medizinischen Fragen interessant ist.

 

Wirkung

 

In erster Linie hat Dronabinol eine appetitanregende Wirkung. In weiterer Folge unterdrückt es außerdem Brechreiz und Übelkeit. Diese Eigenschaften bieten großes Potential für Krebs- oder HIV-Patienten, da Chemotherapien von Appetitlosigkeit begleitet werden. Zusätzlich wirkt es bei chronischen Problemen schmerzlindernd. 
Bei Multipler Sklerose oder anderen unheilbaren, neurologischen Krankheiten wie Morbus Parkinson, hilft Dronabinol durch seine muskelrelaxierende Wirkung. Ergänzend zu den bereits genannten Krankheiten wird Cannabis auch bei Schlafstörungen verschrieben. Im Rahmen der Behandlung von psychischen Krankheiten bietet Dronabinol Potential als Mittel gegen Depressionen oder Angststörungen, da es stimmungsaufhellend wirkt.

Als größter Vorteil gegenüber herkömmlichen pharmakologischen Arzneien erweist sich die Armut an Nebenwirkungen. Während bei herkömmlichen, leichten Schmerzmitteln aus der Schulmedizin bereits Nebenwirkungen von Übelkeit, über Nierenfunktionsstörungen bis hin zu Magengeschwüren möglich sind, halten sich die Auswirkungen von Cannabis weit geringer. Nebenwirkungen von Dronabinol sind beispielsweise abnehmende Wachsamkeit oder Mundtrockenheit. Vorsicht geboten ist für Patienten mit psychischer Vorbelastung, da THC in hohen, nicht therapeutischen Dosen psychische Probleme hervorrufen kann.

Der zweite medizinisch relevante Wirkstoff von Cannabis ist Cannabidiol (CBD). Im Gegensatz zu THC wirkt dieser Stoff kaum bis gar nicht psychoaktiv. Die Forschung befindet sich hier in den Kinderschuhen, vor allem weil aussagekräftige Studien am Menschen derzeit noch Mangelware sind. Bei Tieren wurde jedoch bereits festgestellt, dass CBD Tumorbildungen bekämpft und der Bildung von Metastasen entgegen wirkt. Sollten zukünftige Forschungen im humanmedizinischen Bereich diese Erkenntnisse bestätigen, wäre dies eine bahnbrechende Entwicklung.
 
Cannabidiol wirkt nach derzeitigem Wissensstand außerdem antibakteriell, antiviral und antiepileptisch. Dazu wirkt CBD modulierend auf das Immunsystem und gegen die Entwicklung von Diabetes mellitus. Da CBD im Gegensatz zu THC keine berauschende Wirkung hat, kann es in Österreich ganz normal erworben werden. Dabei ist darauf zu achten, dass der Anteil von THC 0,3 Prozent nicht überschreitet, da man sich sonst außerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen bewegt.

Als wichtige Entwickluung ist festzuhalten, dass Cannabis 2018 in Österreich zur Arzneimittelpflanze des Jahres gekürt wurde. Nichtsdestotrotz ist es noch ein weiter Weg bis das Potential der eben beschriebenen Inhaltsstoffe voll anerkannt wird und vor allem die Entkriminalisierung von Schmerzpatienten beginnt.

Die HANFEXPO versucht hierbei wichtige Aufklärungsarbeit zu leisten.

 

 

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